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Thomas Isermann: Mondrosen

Thomas Isermann: Mondrosen
  • Thomas Isermann
  • Mondrosen
  • Sonette
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  • 160 Seiten. Broschur
  • 14,- Euro
  • ISBN 978-3-924944-94-0 (2010)
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  • Das Sonett als Gedichtform veraltet? Mitnichten. Wie munter die gebundene Versform daherkommen kann, zeigen die Sonette von Thomas Isermann: Nachdenklich, traurig, verspielt, erotisch, witzig, spöttisch präsentieren sich die in diesem Band versammelten 140 Sonette, die in vier Zyklen - gemäß den vier Strophen des Sonetts - unterteilt Stimmungen in lyrische Schwingungen versetzen.

    Die Bilder und Gedanken der einzelnen Gedichte durchziehen das Werk als Leitmotive. Nach einem ersten Kapitel voller kräftiger Bilder und kreisenden Reflexionen über Existenzen und Schicksale, wird die Geschichte einer Liebe zwischen Erfüllung, Verlust und Wiederfinden besungen. Alltagsmomente, Thekenlaunen und satirische sowie teufelsböse Thesen folgen. Im letzten Kapitel endet der umfangreiche Sonettenkranz in aufgewühlten Gesängen, und klingt schließlich in gelassenen Meditationen aus. Hintereinander gelesen, wirken die Sonette wie die Erzählung einer mondsüchtigen Irrfahrt durch Liebe und Leben.

  • Thomas Isermann, Jahrgang 1957, stammt aus Bremen, Studium in Marburg, Dr. der Germanistik, lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Berlin. Er ist Autor eines Werkes über Alfred Döblin, Mitherausgeber romantischer Satiren, Koautor zum Thema Selbstermutigung durch Kunst, Verfasser von Zeitschriftenbeiträgen zu diversen Autoren der Moderne, sowie von Rezensionen und Essays. Langjähriger Seminarleiter zu Dichtung und Philosophie.

  • Textprobe:

    NACH SCHWIERIGER LEKTÜRE I

    Wer wollt’s verwehren, dass wir Wörter weben
    in den tunneldunklen Teppich so,
    dass Wahrheit ist nur, was wir leben,
    wo Leben selbst nur, fransig, roh,

    in Hohn und Hospitalismus gewoben wird,
    wie das Schiffchen, das am zarten Seil
    im Webstuhl hin und her geirrt,
    ein kleines wildes ausgenutztes Teil?

    Dem Schiffchen reichts, sagst du, warum, fragst du.
    Früher litt man auf dem Teppich, weil
    man starb und hinterm Teppich schloß sich’s zu

    und fand danach im hohlen Tod das Heil.
    Der Tod ist abgeschafft und nur das Nu
    des Sterbens wird zum dünnen Tänzerseil ...
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